Vor 20 Jahren hatte ich ein Hobby, das ich voller Leidenschaft mit meinen besten Kumpels, meiner Schwester….ja, eigentlich mit allen Leuten in meinem Alter teilte: Fernsehen gucken.
1989 verfügten wir “nur” über einen alten Sony Trinitron Fernseher mit Drehknöpfen. Mein Vater hatte ihn im Jahr 1974 extra für die Fußball WM angeschafft…für damals ca 1500!! Mark. In den 70ern war er damit der King…Farbfernseher waren da noch ein richtiges Statussymbol. Erstes, Zweites und Drittes Programm konnte man mit der zugehörigen Antenne noch ziemlich Problemlos empfangen. Mit den ersten Privatsendern erwies sich das allerdings nicht so einfach, meist waren auf dem Bildschirm nur Ameisen im Schneesturm zu erblicken. Mein Vater Hans, der in seiner Freizeit immer schon gelötet und getüftelt hatte, machte sich daraufhin an die Arbeit und entwarf zum Leidwesen meiner Mutter eine Antennenkonstruktion, die sich über das halbe elterliche Schlafzimmer erstreckte. Bevor man in den Genuß angenehmer Dauerberieselung kommen konnte, musste man nun zwar jedes mal gute 15 minuten Drähte verbiegen, aber dafür war man dann auch irgendwann am Ziel angelangt: RTL und SAT1!
Mein Kumpel Marc André fand diese fast tägliche Verbiegungs-Vorarbeit scheiße, denn bei ihm zuhause stand ein fetter Panasonic mit komfortabler Fernbedienung, großem Bildschirm…sogar einen Videorekorder hatten er und seine Mutter zuhause. Meine beste Freundin Luisa und ihre Schwester hingegen fanden die olle Glotze toll…denn ihre Eltern (wie es der Zufall so will -> beide Lehrer) wehrten sich vehement gegen die Anschaffung dieses süchtigmachenden Elektro-Unterhaltungsgerätes. Was sie ihren Töchtern mit dieser Verweigerungshaltung jedoch zumuteten wissen sie wahrscheinlich bis heute nicht. Ich kann mich erinnern, wie Luisa und ihre Schwester im tiefsten Winter heimlich in den Garten nebenan geschlichen sind, um auf dem Bauch liegend einen Blick auf Anna (diese fürchterlich langweilige ZDF-Weihnachtsballettserie im Jahre 1987) durch das Kellerfenster der Nachbarstochter zu erhaschen. Mir war das damals zu doof (und auch zu kalt)…wäre zu dem Zeitpunkt jedoch das A-Team oder Knight Rider gelaufen….wer weiß? Ich liebte diese Serien…und daher kann man mir wohl auch nicht ankreiden, dass ich auch die musikalische Karriere eines gewissen David Hasselhoff mit Begeisterung verfolgte. Looking for Freedom war im Frühjar `89 ja schon der absolute Oberkracher gewesen. Ende September vor 20 Jahren zeigte “the Hoff” dann jedoch, dass er auch sanftere Töne anschlagen kann. Mit “Flying on the Wings of Tenderness” schaffte er es zwar nicht mehr ganz in die Top 20, aber dafür in die Herzen unzähliger Töchter, Mütter, Schwiegermütter und Omis…. Ich hab es damals nie zugegeben…aber den Refrain fand ich irgendwie cool. Daher hier nochmal für alle zum Mitsingen:
Direktlink zum Video auf Youtube
08
Okt
“Looking for Freedom” oder: Es lebe das Fernsehen!
posted by moritz in Geschichten and have Comments (5)
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