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Die 90er Jahre: Musikalisches, Kulturelles und Persönliches aus einer fast vergessenen Zeit

Archive for the 'Allgemein' Category

Hörspiele der 80er und 90er – und was geht heute!?

Was geht appaaa!?
Der Blog von meinem Kollegen Sebastian, der seit einiger Zeit recht emsig über die neuesten Hörspiele und Hörbücher bloggt, hat mich dazu veranlasst, mal ein wenig in mich zu gehen und mich gedanklich in die Hörspielwelt der 80er und 90er zurückzubeamen.
Was war das damals abends vorm Schlafengehen für ein Highligt!
Mit einer Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen Kassette (oder meinetwegen mp3) könnte man heute wohl kaum noch ein Kind in den Schlaf wiegen. Das wäre für die meisten wahrscheinlich Langeweile pur. Mannometer….wennn ich mich heutzutage in der U-Bahn umgucke muss ich oft genug vor Neid erblassen, weil 8-jährige Stöpsel die heftigsten Sounds und Videos von ihren iPhones abspielen, während ich mit meinem alten Nokia Handy gerade mal telefonieren und simsen kann… Da stellt sich ja wirklich die Frage, ob die Kids von heute sich überhaupt noch mit einem Hörspiel begnügen würden. Zum Schlafengehen gibts dann wahrscheinlich viel eher die “Audio-Biografie” von Bushido, in der er Tipps zum “Weiberchecken” verteilt….oder wat!?
Damals, vor 20 Jahren, war das noch ein Erlebnis mit Freunden stundenlang Kassetten mit Hörspielen zu konsumieren. Das fing an mit “Michel aus Lönneberga” über “Fünf Freunde” von Enid Blyton….bis hin zu TKKG. Die richtigen Kenner der gepflegten Hörspielunterhaltung standen jedoch damals schon (wie auch heute immer noch) auf die “Drei Fragezeichen”!
Irgendwann kamen dann auch noch die neuen, coolen Sorten hinzu…die mir meine Mutter jedoch nie kaufen wollte. Da gab es dann doch tatsächlich He-Man, und Knight Rider Hörspiele…und meinen ganz persönlichen Favoriten: JAN TENNER! EIgentlich vollkommener Quatsch…aber damals absolut spannend!
Auch die Musik von dieser faszinierenden Serie fand ich damals schon wirklich fett! Hört mal rein, ihr erkennt sie bestimmt wieder!

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung welche Hörspiele und Hörbücher heutzutage so “in” sind, wer sich hierzu jedoch genauer informieren will, dem sei noch mal der Hörbuch-Blog ans Herz gelegt, auf dem Sebastian nicht nur regelmäßig Rezensionen verfasst, sondern auch immer wieder über Kostenlose Hörbücher und Hörspiele informiert. Weitere Einfälle aus den guten alten Zeiten sind hier natürlich auch gerne gesehen!

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Lambada 2011 – Jennifer Lopez nervt

Oh Mann…
eigentlich sollte ich der Uschi mit der teuersten Arschversicherung der Welt ja dankbar für ihre vollkommen missglückte Pseudo-Coverversion von Kaoma’s Lambada sein…schließlich zwingt sie mich dazu, nach ca. einem Jahr Abstinenz mal wieder etwas hier von mir zu geben…
Ich dachte ich spinne, als meine Kollegin und Fußballbloggerin Fanny letzte Woche im Büro die mickrigen Boxen ihres Flatscreens aufdrehte, um mir und meinem Kollegen die gruseligste Netz-Entdeckung des Tages zu präsentieren: “On the Floor” heißt das gute Stück, welches vom kläffenden Proll-Rapper Pitbull voll krass ge-featured wird. J-Lo hat wahrscheinlich bemerkt, dass die Umsätze ihrer Alben in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen sind und hat sich wohl daher entschieden, auf den neuen Ami-Dance-Hype aufzuspringen. Der Track ist auch echt voll fett geworden…von der Produktion und so! Eine Sache fehlt jedoch: wie wär’s mal mit ner eigenständigen Hookline? Stattdessen wird dann doch lieber die Lambada-Melodie genommen, irgendwas von “dance the night away” gefaselt und als der Text dann alle ist wird einfach noch ein stumpfes “La La Lala La…” hinten dran gehängt. Alta…mega kreativ! Wo wir gerade schon mal dabei sind….ist irgendjemandem mal aufgefallen, dass seit ca. 2 jahren der Großteil der US-Charthits gleich klingt!?
Ich fühle mich in letzter Zeit extrem zurück versetzt in die deutsche Musiklandschaft der 90er Jahre. Die immer gleichen Synthie- und Basslines auf dem immer gleichen 4-to-the-floor Dancebeat. Mir kommt es so vor, als würden die Amis endlich das nachholen, was sie in den 90ern im eigenen Land verpasst haben: Euro-Dance made in US of A. Oh Gott, ich brech ab!
Ein ähnliches Fremdschäm-Gefühl überkommt mich übrigens bei der gaaaanz gaaaanz tollen neuen Version des Songs “Time of my life” von den Black Eyed Peas. Seitdem diese Gruppe, die ja vor langer langer Zeit sogar mal recht passable Tracks ablieferte, die geile Fergy als “sexy Bitchfaktor” mit im Team hat, geht’s bei denen ja sowas von ab! Voll geil alter…seitdem sie sich für “I got a feeling” zusammen mit David Guetta wohl ein ordentlich was reingezogen haben, kommen die von der Bums-Mucke wohl auch nich mehr weg.
Ich sach nur eins. Absoluter MÜLL!
Verdammt, da wünsche ich mir lieber den Eurodance der 90er Jahre zurück, immerhin gab es da noch richtig gute Hooklines…oder hat hier jemand was gegen “Rythm is a Dancer” oder “It’s my Life”?
Für alle Fans der musikalischen Selbstgeißelung hier aber noch mal der Track der Schande:

Direktlink zum Video auf Youtube

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Leckmuschel oder Magic Gum? Taschengeld-Maximierung für Gewiefte…

brezeln1Vor 20 Jahren gab es noch die D-Mark. Davon bekam ich im Jahr 1989 so ca. eine halbe pro Woche als Taschengeld von meinen Eltern. Das war zwar nicht besonders viel, aber es reichte aus, damit ich mich ab und zu neben meinem ersten Hobby – Fernsehen gucken – meinem zweiten Hobby – Süßigkeiten auswählen, kaufen und aufessen – widmen konnte. Mein Faible für Weingummi, Brausepulver und andere Köstlichkeiten hatte ich wohl von meinem Vater Hans geerbt, der auch jetzt – 20 Jahre später – immer noch regelmäßig eine Tüte Haribo unterm Kopfkissen verstaut und meiner Mutter durch lautes Geknister die Nachtruhe raubt. Nunja…immer wenn es Montags Taschengeld gab ging ich mit den 50 Pfennig zum Bäcker Gerhardy und haute die ganze Kohle auf den Kopp. Meine Favourites von damals gibt es heute tatsächlich immer noch: grüne Frösche, salzige Lakritzbrezeln und die gelben Bananen, die außer mir irgendwie keiner mochte. Das absolute Highlight war aber Magic Gum, das leckere Weltraum-Knall-Knister-Kaugummi, das ich mir sonst für 15 Pfennig pro Packung leistete. Das knallte und prickelte wenn man es auf die Zunge gab. Mit dem Zeug fühlte man sich einfach cool! Mein Verlangen nach solchem Süßkram wurde immer größer und daher musste  eine alternative Geldquelle zu meinem stets leeren Sparschwein gefunden werden: Das Portemonnaie meiner Mutter. An die Geldbörse meines Vaters war leider nur schwer heranzukommen, da sie sich wirklich immer (und da gab es keine Ausnahme) in der rechten Hintertasche seiner Jeans befand. Meine Mutter ließ ihr Portmonnaie hingegen immer unbeachtet in ihrer Handtasche…sie vertraute mir und meiner Schwester halt. Was für ein Fehler! Es war für mich also ein Klacks zunächst immer nur ein paar Groschen zu mopsen. Irgendwann wollte ich jedoch mehr und wurde unverhältnismäßig gierig. Ganze 5 D-Mark, für mich damals ein halbes Vermögen, wanderten auf höchst illegalem Wege in meinen Besitz über. Ich wollte nicht, dass mich meine Eltern mit dem Geld erwischten bzw. irgendwie mitbekamen, dass ich plötzlich reich war. Ich konnte ja auch nicht einfach mit einer Riesenmagicgum2tüte Süßigkeiten zuhause aufkreuzen, das wäre aufgefallen. Also heckte ich einen teuflischen Plan aus. Bevor wir eines Sonntags zum Italiener Essen gingen, lief ich nach unten und deponierte den Heiermann neben dem Bordstein. Als wir dann gemeinsam los wollten rief ich: “Guck mal Mama, 5 Mark! Die darf ich jetzt behalten!” Da meine Eltern ja nun direkte Zeugen meiner Entdeckung wurden stand defrosch2m natürlich nichts entgegen. Ich war happy und investierte die Kohle tags drauf direkt wieder in süße Leckereien. Ich hielt mich für tierisch gerissen, aber leider ging meine grandiose Taschengeld-Maximierungs-Idee nur ein mal wirklich gut. Ich bekam dummerweise den Hals nicht voll und als ich es eine Woche später wieder mit der selben Masche versuchte ging meinen Eltern ein Licht auf: “So viel Glück auf einmal kann man gar nicht haben!” Die nächsten Wochen gab’s also kein Taschengeld, meine Mutter passte besser auf ihr Geld auf und ich bekam höchstens noch irgendwo ne Leckmuschel ab. Die waren aber lange nicht so cool wie Magic Gum sondern eher was für Weicheier!

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Ich fang jetzt übrigens auch an zu bloggen…

…meinte ich so am Telefon zu meiner Schwester.
“Wie, du willst über so altes Zeug schreiben? Das interessiert doch keinen… ist das nicht irgendwie ein bisschen reaktionär?”
Meine Schwester mag Recht haben, aber irgendwie erinnere ich mich gerne 20 Jahre zurück: die Mauer war gerade dabei umzufallen, der Wind of Change fing an durch die Nation zu wehen und ich hatte seit kurzem meinen zehnten Geburtstag hinter mir. Vom Internet war damals noch keine Rede…es wurden noch Zeitschriften zuhauf gekauft und das Privatfernsehen kam plötzlich richtig in Fahrt. Unsere Tennisstars Steffi und Boris blühten voll auf, die kitschig-synthetischen Popsongs wurden zwar weniger, doch stattdessen machte sich langsam ein härterer und stumpferer Sound breit, der der europäischen Plattenindustrie traumhafte Gewinne bescheren sollte: Eurodance – auf CD!
Ich selbst war gerade frisch in die 5. Klasse gewechselt und nahm mit stetig wachsender Motivation immer mehr wichtige Informationen in mich auf, um die Erweiterung meines Wissenshorizonts stetig nach vorne zu treiben. Meine meist wöchentlich aktualisierten Informationsquellen hießen: Bravo, Pop-Rocky, Popcorn und etliche andere Jugendmagazine, die ich regelmässig mit meinen Klassenkameraden austauschte. Außerdem trugen etliche TV-Shows zu meiner persönlichen Weiterbildung bei.  Darunter fielen natürlich Ami-Action-Serien wie das A-Team, Knight-Rider und Streethawk… aber auch kultiviertere Formate wie “Die Mini Playback Show” mit Mareike Amado und “Der Preis ist heiß” schaute ich mir heimlich mit meinen Freunden an, während unsere Eltern arbeiteten, einkaufen waren oder zum Squash spielen gingen (gibt es diese Sportart heute eigentlich noch?).
20 Jahre – Manchmal denke ich voller Scham an bestimmte Ereignisse oder persönliche Abstecher in (vor allem) musikalische Gefilde, genauso erfüllen mich manche Erinnerungen jedoch mit großer Freude und manchmal sogar mit ein wenig Wehmut. Von all diesen (teils persönlichen) Erinnerungen zur Popkultur der 90er Jahre, den damit verbundenen musikalischen, modischen und medialen Fehltritten – aber auch Glanzleistungen – soll dieses Blog handeln. Dabei werde ich versuchen einigermaßen chronologisch vorzugehen…dass ich jedoch nicht zwischenzeitlich abschweifen und mich gegebenenfalls evtl. auch zum Horst machen werde kann ich an dieser Stelle leider nicht garantieren.

Also…egal was soll’s, liebe Schwester: wieso über was Neues schreiben? Von aktuellen Neuigkeiten aus Technik, Kultur und Politik handeln doch heute schon 98% aller Blogs. Wieso nicht mal zurück blicken?
Ich hab da jetzt jedenfalls Bock zu und freue mich auf Vorschläge, rege Teilnahme und vielleicht auch die ein oder andere Weiterempfehlung wenn ich euch zum Schmunzeln onder Zurückblicken anregen konnte.

Dann lass mal loslegen…

posted by moritz in Allgemein and have Comments (8)
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