Vor 20 Jahren lief auf Sat1 eine Serie, die mir ausgesprochen gut gefiel: Airwolf! Dieser tolle Hubi war quasi der K.I.T.T der Lüfte. Die coolen Hubschrauber -Stunts und die fetten Explosionen hätte ich mir damals am liebsten täglich gegeben. Daran hinderten mich jedoch 2 Faktoren: Erstens wollten meine Eltern nicht, dass ich mir im Alter von 10 schon so “gewaltverherrlichendes Zeug” reinziehe, zweitens war es auch mit der selbstgebastelten Antennenkonstruktion meines Vaters ziemlich schwer Sat1 überhaupt flimmerfrei zu empfangen.
Wenn ich dann also zur Sendezeit tatsächlich mal allein zu Haus war musste ich erstmal wieder rumfriemeln, damit der Empfang auch klappte. Das nervte, aber wenn es dann funktionierte und ich es noch pünktlich zum Trailer schaffte, kam ich aus dem Strahlen nicht mehr raus. Besonders gut gefiel mir damals auch die Titelmelodie aus dem Intro, die man sich im unten verlinkten Video reinziehen kann. Man muss schon sagen, dass Airwolf genauso wie Magic Gum eher was für die Coolen war, denn im Gegensatz zum A-Team kamen bei Airwolf auch tatsächlich Menschen ums Leben. Daher meinten meine Kumpel, dass Airwolf auch viel reeller wär. Wenn man sich jetzt mal den Trailer anguckt kann man den Jungs da einfach nur Recht geben!
Archive for Oktober, 2009
Airwolf – Krasse Action, Alter!
Leckmuschel oder Magic Gum? Taschengeld-Maximierung für Gewiefte…
Vor 20 Jahren gab es noch die D-Mark. Davon bekam ich im Jahr 1989 so ca. eine halbe pro Woche als Taschengeld von meinen Eltern. Das war zwar nicht besonders viel, aber es reichte aus, damit ich mich ab und zu neben meinem ersten Hobby – Fernsehen gucken – meinem zweiten Hobby – Süßigkeiten auswählen, kaufen und aufessen – widmen konnte. Mein Faible für Weingummi, Brausepulver und andere Köstlichkeiten hatte ich wohl von meinem Vater Hans geerbt, der auch jetzt – 20 Jahre später – immer noch regelmäßig eine Tüte Haribo unterm Kopfkissen verstaut und meiner Mutter durch lautes Geknister die Nachtruhe raubt. Nunja…immer wenn es Montags Taschengeld gab ging ich mit den 50 Pfennig zum Bäcker Gerhardy und haute die ganze Kohle auf den Kopp. Meine Favourites von damals gibt es heute tatsächlich immer noch: grüne Frösche, salzige Lakritzbrezeln und die gelben Bananen, die außer mir irgendwie keiner mochte. Das absolute Highlight war aber Magic Gum, das leckere Weltraum-Knall-Knister-Kaugummi, das ich mir sonst für 15 Pfennig pro Packung leistete. Das knallte und prickelte wenn man es auf die Zunge gab. Mit dem Zeug fühlte man sich einfach cool! Mein Verlangen nach solchem Süßkram wurde immer größer und daher musste eine alternative Geldquelle zu meinem stets leeren Sparschwein gefunden werden: Das Portemonnaie meiner Mutter. An die Geldbörse meines Vaters war leider nur schwer heranzukommen, da sie sich wirklich immer (und da gab es keine Ausnahme) in der rechten Hintertasche seiner Jeans befand. Meine Mutter ließ ihr Portmonnaie hingegen immer unbeachtet in ihrer Handtasche…sie vertraute mir und meiner Schwester halt. Was für ein Fehler! Es war für mich also ein Klacks zunächst immer nur ein paar Groschen zu mopsen. Irgendwann wollte ich jedoch mehr und wurde unverhältnismäßig gierig. Ganze 5 D-Mark, für mich damals ein halbes Vermögen, wanderten auf höchst illegalem Wege in meinen Besitz über. Ich wollte nicht, dass mich meine Eltern mit dem Geld erwischten bzw. irgendwie mitbekamen, dass ich plötzlich reich war. Ich konnte ja auch nicht einfach mit einer Riesen
tüte Süßigkeiten zuhause aufkreuzen, das wäre aufgefallen. Also heckte ich einen teuflischen Plan aus. Bevor wir eines Sonntags zum Italiener Essen gingen, lief ich nach unten und deponierte den Heiermann neben dem Bordstein. Als wir dann gemeinsam los wollten rief ich: “Guck mal Mama, 5 Mark! Die darf ich jetzt behalten!” Da meine Eltern ja nun direkte Zeugen meiner Entdeckung wurden stand de
m natürlich nichts entgegen. Ich war happy und investierte die Kohle tags drauf direkt wieder in süße Leckereien. Ich hielt mich für tierisch gerissen, aber leider ging meine grandiose Taschengeld-Maximierungs-Idee nur ein mal wirklich gut. Ich bekam dummerweise den Hals nicht voll und als ich es eine Woche später wieder mit der selben Masche versuchte ging meinen Eltern ein Licht auf: “So viel Glück auf einmal kann man gar nicht haben!” Die nächsten Wochen gab’s also kein Taschengeld, meine Mutter passte besser auf ihr Geld auf und ich bekam höchstens noch irgendwo ne Leckmuschel ab. Die waren aber lange nicht so cool wie Magic Gum sondern eher was für Weicheier!
Das ist der Li-La-Launebär…
…der macht uns oft das Leben schwer…
Tja…ist schon echt unglaublich, was man sich im Alter von 10 Jahren alles so für Schwachsinn reingezogen hat. Die liebe Marie hat mich netterweise an dieses Glanzlicht der deutschen TV-Geschichte erinnert. Als der Li-La-Launebär im Februar 1989 bei RTL auf Sendung ging, verbreitete sich die frohe Kunde des neuen Showformats mit extrem hohem Entertainmentfaktor wie ein Lauffeuer unter den 6-12-Jährigen. Zu dieser Zeit ging das noch über die oldschool Schulhof-Mund-zu-Mund-Propaganda – nix da SchülerVZ oder Knuddels.
Meine Eltern arbeiteten damals bereits ziemlich viel und von daher kann man sich denken, dass sie es am Wochenende genossen, erstmal vernüftig auszuschlafen. Heute kann ich das natürlich nachvollziehen… damals bestand das optimale Wochenende für mich und meine Schwester jedoch vor allem darin, Sonntag morgens so früh wie möglich aufzustehen, um auch bloß nicht den Li-La-Launebär zu verpassen. Das Problem war dabei jedoch, dass der Fernseher normalerweise im Schlafzimmer meiner Eltern stand. Der Wecker wurde also auf 07:00 morgens gestellt, damit auf jeden Fall genug Zeit für die Fernseh-Vorbereitungen einkalkuliert werden konnte: Zuerst gings auf Zehenspitzen ins Zimmer meiner Eltern. Dort entwickelte ich nach einer gewissen Zeit die besondere Kunst, den Fernseher mitsamt Antennenkonstruktion fast lautlos vom Stromkreislauf zu trennen und ohne einen Mucks über den Flur in unser Kinderzimmer zu befördern. Hierbei machte sich kurioserweise das Skateboard aus dem Baumarkt nützlich, das sich ansonsten aufgrund billigster Kugellager eher als Flop erwiesen hatte.
Wenn es die Glotze dann endlich ins Kinderzimmer geschafft hatte und nach einiger Antennen-Frickelarbeit auch noch ein Bild zu sehen war, dann kehrte bei uns Wochenendfeeling pur ein…vor allem wenn wir zusätzlich noch Übernachtungsbesuch von Luisa und Marie hatten….das war dann schon so gut wie ein Besuch beim Zirkus. Gebannt gaben wir uns den Geschichten von Metty und dem Launebär auf den Launespeicher hin………für mich ist das aus heutiger Sicht vollkommen unverständlich. Schließlich war der Launebär weder niedlich noch spannend geschweige denn irgendwie lustig. Eigentlich war der Launebär vollkommen spaßfrei (wie man auf dem unteren Video sieht)…und so ein bisschen gehörte ich auch damals schon zu den “Coolen”, da ich hauptsächlich an den zwischendurch ausgestrahlten Erfolgsserien wie “David, Der Kabauter” (wovon mir das Titellied wirklich super gefiel) und “Super Mario Bros. Show” interessiert war.
Nunja, ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass auch meine Eltern zumindest am Sonntagmorgen heilfroh waren, dass der Fernseher existierte…schließlich nervten wir nicht rum, machten uns unser Frühstück selbst und waren am Sonntag Abend auch ohne Meckerei früh genug im Bett…Check it out. Very exciting, I promise! Gäääähn………….
Direktlink zum Video auf Youtube
PS: Gott sei Dank hab ich dem Li-La-Launebär damals nix geschickt….mit dem Gedanken gespielt hatte ich aber schon
Musikunterricht – laaaangweilig!
Vor ca. 20 Jahren kam meine Mutter plötzlich auf die Idee, dass ihr damals 10-jähriger Sohn doch auch in den Genuss musikalischer Früherziehung kommen sollte. Also wurde eine Melodica angeschafft und der kleine Moritz musste von da an jeden Mittwoch ins Konservatorium der Musik der Stadt Göttingen.
Natürlich hatte mich meine Mutter vorher gefragt und da ich keinen Plan hatte, wie mit diesem schwarz-weissen Ding umzugehen war, hatte ich bereitwillig zugesagt. Irgendwie fühlte ich damals, dass meiner Mutter das wichtig war und ich wollte sie nicht enttäuschen. Diese selbstlose Zusage meinserseits entpuppte sich jedoch als fataler Fehler. Meine Melodica-Lehrerin hatte die 60 schon überschritten und kam bei der Gestaltung der allwöchentlichen 45 Minuten alles andere als spaßig und locker rüber. Sie war mit der Betreuung der kleinen Gruppe, bestehend aus 6 gelangweilten Musikschülern, anscheinend überfordert und versuchte ihr pädagogisches Unvermögen durch einen harten Führungsstil wieder wett zu machen.
Mir ging aber nicht nur die Lehrerin, sondern auch die Melodica ansich schon aufgrund des Sounds auf die Nerven. Immer die selbe monotone Tonfarbe….und dann konnte man mit dem doofen Ding auch eigentlich gar nix nachspielen bis auf stupide 5-Finger-Melodien. Dazu kam, dass man die ganze Zeit sabbern musste, weil der Speichel aufgrund der großen Öffnung des Mundstücks nicht mehr aufzuhalten war. Er folgte einfach der Schwerkraft und sammelte sich in einem extra geschaffenen Speichel-Behältnis irgendwo im unteren Teil des Nervgerätes. Wie man die überflüssige Spucke wieder los wurde, zeigte uns unsere Lehrerin gleich in der ersten Stunde: Knopf am unteren Teil der Melodica drücken und pusten! Was dann folgte war eklig…gleichzeitig beförderten 6 Fünftklässler ihren Speichel auf den Teppichboden des Übungszimmers. Jetzt war mich auch klar warum es im Konservatorium immer so muffig roch.
Nunja…Gott sei Dank waren die Melodica-Stunden insgesamt auf 10 begrenzt und da es keine wirkliche Kontrollfunktion gab, gelang es mir das eine oder andere Mal, die Musikstunden zu schwänzen. Motiviert wurde ich dazu oft von meinem Kumpel Marc-André, der mich oft zu sich nach Hause einlud, um – na was wohl – Fernsehen zu gucken! Ein etwas schlechtes Gewissen hatte ich da schon….aber das wurde ganz schnell verdrängt, sobald unsere Lieblingsserien hypnotisierend auf uns einprasselten. Leider wurden meine Melodica-Kenntnisse nie auf Video festgehalten, aber sie entsprachen ungefähr den Fähigkeiten meines Leidensgenossen im unten verlinkten Video…laaangweilig!
Direktlink zum Video auf Youtube
gääääähhhn…..
“Looking for Freedom” oder: Es lebe das Fernsehen!
Vor 20 Jahren hatte ich ein Hobby, das ich voller Leidenschaft mit meinen besten Kumpels, meiner Schwester….ja, eigentlich mit allen Leuten in meinem Alter teilte: Fernsehen gucken.
1989 verfügten wir “nur” über einen alten Sony Trinitron Fernseher mit Drehknöpfen. Mein Vater hatte ihn im Jahr 1974 extra für die Fußball WM angeschafft…für damals ca 1500!! Mark. In den 70ern war er damit der King…Farbfernseher waren da noch ein richtiges Statussymbol. Erstes, Zweites und Drittes Programm konnte man mit der zugehörigen Antenne noch ziemlich Problemlos empfangen. Mit den ersten Privatsendern erwies sich das allerdings nicht so einfach, meist waren auf dem Bildschirm nur Ameisen im Schneesturm zu erblicken. Mein Vater Hans, der in seiner Freizeit immer schon gelötet und getüftelt hatte, machte sich daraufhin an die Arbeit und entwarf zum Leidwesen meiner Mutter eine Antennenkonstruktion, die sich über das halbe elterliche Schlafzimmer erstreckte. Bevor man in den Genuß angenehmer Dauerberieselung kommen konnte, musste man nun zwar jedes mal gute 15 minuten Drähte verbiegen, aber dafür war man dann auch irgendwann am Ziel angelangt: RTL und SAT1!
Mein Kumpel Marc André fand diese fast tägliche Verbiegungs-Vorarbeit scheiße, denn bei ihm zuhause stand ein fetter Panasonic mit komfortabler Fernbedienung, großem Bildschirm…sogar einen Videorekorder hatten er und seine Mutter zuhause. Meine beste Freundin Luisa und ihre Schwester hingegen fanden die olle Glotze toll…denn ihre Eltern (wie es der Zufall so will -> beide Lehrer) wehrten sich vehement gegen die Anschaffung dieses süchtigmachenden Elektro-Unterhaltungsgerätes. Was sie ihren Töchtern mit dieser Verweigerungshaltung jedoch zumuteten wissen sie wahrscheinlich bis heute nicht. Ich kann mich erinnern, wie Luisa und ihre Schwester im tiefsten Winter heimlich in den Garten nebenan geschlichen sind, um auf dem Bauch liegend einen Blick auf Anna (diese fürchterlich langweilige ZDF-Weihnachtsballettserie im Jahre 1987) durch das Kellerfenster der Nachbarstochter zu erhaschen. Mir war das damals zu doof (und auch zu kalt)…wäre zu dem Zeitpunkt jedoch das A-Team oder Knight Rider gelaufen….wer weiß? Ich liebte diese Serien…und daher kann man mir wohl auch nicht ankreiden, dass ich auch die musikalische Karriere eines gewissen David Hasselhoff mit Begeisterung verfolgte. Looking for Freedom war im Frühjar `89 ja schon der absolute Oberkracher gewesen. Ende September vor 20 Jahren zeigte “the Hoff” dann jedoch, dass er auch sanftere Töne anschlagen kann. Mit “Flying on the Wings of Tenderness” schaffte er es zwar nicht mehr ganz in die Top 20, aber dafür in die Herzen unzähliger Töchter, Mütter, Schwiegermütter und Omis…. Ich hab es damals nie zugegeben…aber den Refrain fand ich irgendwie cool. Daher hier nochmal für alle zum Mitsingen:
Direktlink zum Video auf Youtube
-
Tags
90er 90s 1989 A-Team Actionserie airwolf charts David Hasselhoff eurodance Geschichten goldene schallplatte jan michael vincent kaoma Knight Rider lambada langeweile leckmuschel Li-La-Launebär magic gum mauerfall musikunterricht oktober 1989 Privatfernsehen pump ab das bier RTL taschengeld technotronic trash tv-serien werner wichtig wiedervereinigung WochenendeBlogroll
-
Letzte Kommentare
- Kornelius Zieselmeyer bei Das ist der Li-La-Launebär…
- gildor inglorion bei Vor 20 Jahren – das NDR2 Club Wunschkonzert
- moritz bei Vor 20 Jahren – das NDR2 Club Wunschkonzert
- gildor inglorion bei Vor 20 Jahren – das NDR2 Club Wunschkonzert
- moritz bei Pump ab das Bier – Werner Wichtig leitet das neue Jahrzehnt ein!
Archiv
-