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Die 90er Jahre: Musikalisches, Kulturelles und Persönliches aus einer fast vergessenen Zeit

Das große CD-Sterben…

Oh Mann…wo sind wir nur gelandet!?

Ich muss zugeben, dass ich manchmal wirklich recht wehmütig an die Zeit von vor 2o Jahren zurückdenke.
Damals, als pubertärer Jugendlicher, hatte ich nicht besonders viel Kohle. Es gab ein wenig Taschengeld und zum Geburtstag oder zu Weihnachten auch mal einen etwas größeren Bonus von Oma und Opa.

Ich war schon damals kein besonders guter Sparer und versuchte das Geld immer direkt in Sachen zu investieren, von den ich länger was hatte.
Als ich dann meinen ersten Verstärker, nen CD-Player und die alten Boxen meines Vaters bekam mussten natürlich auch ein paar passende CDs her. Ich weiss noch wie ich damals mit meinen Kumpels bei Karstadt Sport und Hobby (damals gab es noch keinen Media Markt oder Saturn in Göttingen) abhing und mir eine CD nach der anderen reinzog. Ich war zwar irgendwie Kommerzhörer, aber ich stand dazu und hörte sowohl Nirvana als auch Ace of Base (ja ich weiß, Asche auf mein Haupt ;-) )
Irgendwie hatte es was besonderes sich die Songs vorher im Laden reinzuziehen und dann für den eigenen CP-Player mit nach Hause zu nehmen…

Das war jedes Mal aufs Neue ein tolles Erlebnis…und deswegen tut es mir auch ein bissl weh zu sehen, wie die CD so langsam aus der Gesellschaft verschwindet. Teilweise habe ich das Gefühl, dass die Jugendlichen von heute solch eine CD auch gar nicht mehr wertschätzen. Die Jugendlichen, die ich beobachten kann, kümmern sich um ganz andere Sachen:

Wie bekomme ich das neueste iPhone oder den neuesten Mac-Computer? Heutzutage geht es vielmehr um die geilsten Abspielgeräte und die fetteste Hardware. Am besten kauf ich das Ganze dann auch noch auf Pump. Schließlich bieten heutzutage fast alle Geschäfte oder Onlineshops eine 0% Finanzierung an. Hauptsache erst mal das neueste und heftigste Produkt besitzen – bezahlen kann man ja später…

Die Musik ansich scheint absolut in den Hintergrund gerückt zu sein. Schließlich bekomme ich alle Hits ja nun auch per Download oder als Stream per Youtube.

Ich muss zugeben, dass ich heute auch kaum noch CDs kaufe…leider… Einige meiner alten CDs haben auch tatsächlich schon den Geist aufgegeben. Vielleicht sollte man einfach einen radikalen Schritt machen, sich einen gebrauchten Plattenspieler kaufen und wieder auf Vinyl umsteigen. Gute Alben werden heutzutage wieder auf dem guten alten Schellack veröffentlicht…und da das Zeug einfach superstabil ist haben evtl. eines Tages noch die eigenen Kinder was von den Platten.
Das werde ich mir mal gründlich überlegen…

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U96: Das Boot – meine erste Erfahrung mit diesem “Techno”

Oh Mann….es ist jetzt tatsächlich schon etwas über 20 Jahre her, dass U96 mit ihrem Remix der Doldinger Titelmelodie von “Das Boot” so richtig krass abgingen!
Ich war um die 11 Jahre alt und war eigentlich mit Genesis und Roxette ziemlich zufrieden.
Dann aber ging dieser Remix plötzlich durch die Decke. Ich weiß gar nicht mehr, wo ich diesem Sound das erste Mal begegnete…aber ich denke das war bei MTV (konnte ich damals nur bei Freunden gucken) oder vielleicht auch einfach im Radio. VIVA gab es ja damals leider noch nicht….außerdem hatten wir noch gar kein Kabelfernsehen.
Jedenfalls kam dieser Sound bei mir und meinen Freunden so richtig gut an, auch ohne Pillen und LSD. Wahrscheinlich war es sogar der erste Techno-Song, der damals auf dem von meinen Eltern favorisierten Ü40-Radiokanal NDR2 lief. Ich verstand Jahre lang immer nur “buba cancy”…bis mich mein Vater aufklärte, dass die Computerstimme wohl “Emergency” meinte.
1991/1992 war dann auch die Zeit, wo bei uns in der Schule die Diskussionen aufkeimten. War das jetzt Techno oder Tekkno…und was ist überhaupt der Unterschied? Jedenfalls waren wir damals von diesen viel beschriebenen Berliner Underground-Technoparties meilenweit entfernt…
Alex Christensen, der sich ja hinter U96 verbarg, machte dann nur ein paar Jahre später duch einige Eurodance-Produktion weiter auf sich aufmerksam. Dabei war die Masche immer die gleiche:
Ein Frauenchor sang intellektuell ansprechende Hooklines wie “I wanna see more happy people” oder “Maybe one day we’ll be united”, Prince Ital Joe liess ein paar Pseudo-Reggae-Lines ab und Marky Mark zog sein Shirt aus…ach ja und ein bissl gerappt hat er auch noch. Ich bin mir sicher, dass man Mark Wahlberg heute mit dem Sound jagen kann…aber so hat halt jeder seine Jugendsünden.

Die Entscheidung für das heutige Video ist dann aber doch lieber auf U96 – Das Boot gefallen…und zwar in der Originalversion. Viel Spaß!

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Die Loveparade – zurück nach Berlin

Oh Mann…nach dem schlimmen Unglück im Jahre 2010 hatte ich die Loveparade schon abgeschrieben…wohl auch aus gutem Grund.
Jetzt berichten einschlägige Medien jedoch, dass die Loveparade im Sommer 2012 unter dem Namen “B-Parade” zurück nach Berlin kehren wird. Ich muss zugeben, dass ich da ein wenig zwiegespalten bin. Sollte man aus Respekt vor den Opfern und deren Familien die Loveparade ruhen lassen, oder hat das Spektakel einen Neuanfang verdient? Den ein oder anderen “Raver” (sagt man das heute überhaupt noch?) werden diese Neuigkeiten wohl das Glitzern zurück in die Augen bringen…
Hoffen wir nur, dass die Organisatoren dieses Jahr ein absolut schlüssiges Sicherheitskonzept vorlegen.

Krass ist auf jeden Fall, dass die letzte Loveparade schon über 20 Jahre her ist.
Damals feierten gerade mal ein paar Tausend Tanzwütige auf Berlins Straßen.
Zehn Jahre später waren es dann schon über eine Million….

Für die Leute, die sich gerne an die alten Zeiten erinnern hier ein kleines Video. Dieser Track war bestimmt auch bei der Loveparade 1992 am Start. Kennt noch jemand Dance 2 Trance mit dem Song “Power of American Natives”?

 

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Hörspiele der 80er und 90er – und was geht heute!?

Was geht appaaa!?
Der Blog von meinem Kollegen Sebastian, der seit einiger Zeit recht emsig über die neuesten Hörspiele und Hörbücher bloggt, hat mich dazu veranlasst, mal ein wenig in mich zu gehen und mich gedanklich in die Hörspielwelt der 80er und 90er zurückzubeamen.
Was war das damals abends vorm Schlafengehen für ein Highligt!
Mit einer Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen Kassette (oder meinetwegen mp3) könnte man heute wohl kaum noch ein Kind in den Schlaf wiegen. Das wäre für die meisten wahrscheinlich Langeweile pur. Mannometer….wennn ich mich heutzutage in der U-Bahn umgucke muss ich oft genug vor Neid erblassen, weil 8-jährige Stöpsel die heftigsten Sounds und Videos von ihren iPhones abspielen, während ich mit meinem alten Nokia Handy gerade mal telefonieren und simsen kann… Da stellt sich ja wirklich die Frage, ob die Kids von heute sich überhaupt noch mit einem Hörspiel begnügen würden. Zum Schlafengehen gibts dann wahrscheinlich viel eher die “Audio-Biografie” von Bushido, in der er Tipps zum “Weiberchecken” verteilt….oder wat!?
Damals, vor 20 Jahren, war das noch ein Erlebnis mit Freunden stundenlang Kassetten mit Hörspielen zu konsumieren. Das fing an mit “Michel aus Lönneberga” über “Fünf Freunde” von Enid Blyton….bis hin zu TKKG. Die richtigen Kenner der gepflegten Hörspielunterhaltung standen jedoch damals schon (wie auch heute immer noch) auf die “Drei Fragezeichen”!
Irgendwann kamen dann auch noch die neuen, coolen Sorten hinzu…die mir meine Mutter jedoch nie kaufen wollte. Da gab es dann doch tatsächlich He-Man, und Knight Rider Hörspiele…und meinen ganz persönlichen Favoriten: JAN TENNER! EIgentlich vollkommener Quatsch…aber damals absolut spannend!
Auch die Musik von dieser faszinierenden Serie fand ich damals schon wirklich fett! Hört mal rein, ihr erkennt sie bestimmt wieder!

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung welche Hörspiele und Hörbücher heutzutage so “in” sind, wer sich hierzu jedoch genauer informieren will, dem sei noch mal der Hörbuch-Blog ans Herz gelegt, auf dem Sebastian nicht nur regelmäßig Rezensionen verfasst, sondern auch immer wieder über Kostenlose Hörbücher und Hörspiele informiert. Weitere Einfälle aus den guten alten Zeiten sind hier natürlich auch gerne gesehen!

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Lambada 2011 – Jennifer Lopez nervt

Oh Mann…
eigentlich sollte ich der Uschi mit der teuersten Arschversicherung der Welt ja dankbar für ihre vollkommen missglückte Pseudo-Coverversion von Kaoma’s Lambada sein…schließlich zwingt sie mich dazu, nach ca. einem Jahr Abstinenz mal wieder etwas hier von mir zu geben…
Ich dachte ich spinne, als meine Kollegin und Fußballbloggerin Fanny letzte Woche im Büro die mickrigen Boxen ihres Flatscreens aufdrehte, um mir und meinem Kollegen die gruseligste Netz-Entdeckung des Tages zu präsentieren: “On the Floor” heißt das gute Stück, welches vom kläffenden Proll-Rapper Pitbull voll krass ge-featured wird. J-Lo hat wahrscheinlich bemerkt, dass die Umsätze ihrer Alben in den letzten Jahren immer mehr zurückgegangen sind und hat sich wohl daher entschieden, auf den neuen Ami-Dance-Hype aufzuspringen. Der Track ist auch echt voll fett geworden…von der Produktion und so! Eine Sache fehlt jedoch: wie wär’s mal mit ner eigenständigen Hookline? Stattdessen wird dann doch lieber die Lambada-Melodie genommen, irgendwas von “dance the night away” gefaselt und als der Text dann alle ist wird einfach noch ein stumpfes “La La Lala La…” hinten dran gehängt. Alta…mega kreativ! Wo wir gerade schon mal dabei sind….ist irgendjemandem mal aufgefallen, dass seit ca. 2 jahren der Großteil der US-Charthits gleich klingt!?
Ich fühle mich in letzter Zeit extrem zurück versetzt in die deutsche Musiklandschaft der 90er Jahre. Die immer gleichen Synthie- und Basslines auf dem immer gleichen 4-to-the-floor Dancebeat. Mir kommt es so vor, als würden die Amis endlich das nachholen, was sie in den 90ern im eigenen Land verpasst haben: Euro-Dance made in US of A. Oh Gott, ich brech ab!
Ein ähnliches Fremdschäm-Gefühl überkommt mich übrigens bei der gaaaanz gaaaanz tollen neuen Version des Songs “Time of my life” von den Black Eyed Peas. Seitdem diese Gruppe, die ja vor langer langer Zeit sogar mal recht passable Tracks ablieferte, die geile Fergy als “sexy Bitchfaktor” mit im Team hat, geht’s bei denen ja sowas von ab! Voll geil alter…seitdem sie sich für “I got a feeling” zusammen mit David Guetta wohl ein ordentlich was reingezogen haben, kommen die von der Bums-Mucke wohl auch nich mehr weg.
Ich sach nur eins. Absoluter MÜLL!
Verdammt, da wünsche ich mir lieber den Eurodance der 90er Jahre zurück, immerhin gab es da noch richtig gute Hooklines…oder hat hier jemand was gegen “Rythm is a Dancer” oder “It’s my Life”?
Für alle Fans der musikalischen Selbstgeißelung hier aber noch mal der Track der Schande:

Direktlink zum Video auf Youtube

posted by moritz in Allgemein and have Comments (4)
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